Forschungsprojekt KUNST ÖFFENTLICHKEIT ZÜRICH | Projekte

Institut für Gegenwartskünste, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
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Kunstprojekte in der Hardau

Die Stadt Zürich setzt im Gebiet der Hardau in den nächsten Jahren architektonische und städtebauliche Vorhaben um, die mit Verdichtungs- und Aufwertungsprozessen verbunden sind.
Die baulichen Massnahmen werden von zwei aufeinanderfolgenden Etappen geprägt: Die erste Etappe umfasst die Erweiterungsbauten der Primarschule Hardau und der Berufswahlschule Bullingerstrasse (Abschluss Oktober 2005), die zweite Etappe die Neubauten Oberstufenschulhaus Albisriederplatz und Sporthalle Hardau sowie die Realisierung des Stadtparks Hardau (Abschluss 2007/2008).
Das Forschungsprojekt "Kunst Öffentlichkeit Zürich" realisiert mit den für "Kunst und Bau" vorgesehenen Mitteln Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Wir nutzen diese gestaffelte Etappierung für ein kuratorisches Gesamtkonzept, das mit Prozessen der Öffnung und Kommunikation arbeitet.

Interventionen mit San Keller
Im März 2005 eröffnete der Aktionskünstler San Keller→ die Reihe der Kunstprojekte im Hardaugebiet. San Keller richtet sein Augenmerk auf die unterschiedlichen Lebensalter und Herkünfte der HardaubewohnerInnen. Mit seinen Interventionen lotet er die musikalischen Vorlieben der Bevölkerung aus und fragt, welcher Stellenwert Gastfreundschaft und Nachbarschaft in einem Schlafquartier heutzutage zukommen. Mit Humor münzen seine Aktionen lebensweltliche Zwistigkeiten um. Sie betonen kulturellen Reichtum und unterminieren fixe Vorstellungen von Häuslichkeit

Plakat-Projekte
Vom 1. März bis zum 31. Dezember 2005 wird die städtebauliche Aufwertung von einer Reihe von künstlerischen Plakat-Projekten begleitet und gefiltert. Die einzelnen Projekte folgen im Rhythmus von jeweils zwei Monaten aufeinander und stellen grundsätzliche Überlegungen zu Veränderungsprozessen an. Sie rücken seine visionären, experimentellen oder realen Begleiterscheinungen in den Vordergrund und beobachten Brüche, Verschiebungen und die Durchlässigkeit von Grenzen.
Plattform für die Plakat-Projekte sind drei Plakatsellen (128 x 271 cm), die für eine zeitlich begrenzte Dauer in der Hardau stehen. Ihre Position beschreibt eine Diagonale, die sich vom Parkfeld an der Hardstrasse über das Bistro zwischen den Hochhäusern bis zum Primarschulhaus Hardau zieht.

Plakatprojekt #1, März bis April 2005: Christoph Hänsli→ Publikumsplakat #1
Plakatprojekt #2, Mai bis Juni 2005: David Renggli→ Publikumsplakat #2→
Plakatprojekt #3, Juli bis August 2005: Shirana Shahbazi→ Publikumsplakat #3→
Plakatprojekt #4, September bis Oktober 2005: Till Velten→ Publikumsplakat #4→
Plakatprojekt #5, November bis Dezember 2005: Ana Axpe→ in Arbeit

Publikumsplakat
Ein Exzerpt der künstlerischen Idee wird zusätzlich auf einem Plakat in Weltformat gedruckt und steht den HardauerInnen gratis, externen BesucherInnen für Fr. 10.-- zur Verfügung. Zu beziehen:
Zentrum Hardau, Bullingerstrasse 63, 8004 Zürich. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch und Freitag 15-17 Uhr, Donnerstag 15-19 Uhr.

Spuren eines Gedankengebäudes1 - ein Studienauftrag
Das Forschungsprojektteam "Kunst Öffentlichkeit Zürich" (Organisatorin) führte im Frühjahr 2005 unter Federführung des Amtes für Hochbauten (Auftraggeberin) den Studienauftrag "Spuren eines Gedankengebäudes. Archäologie einer Utopie in der Hardau" durch. Im Juni 2005 wurden vier Projektvorschläge eingereicht und beurteilt. Zur Weiterbearbeitung und Ausführung empfohlen wurde die Arbeit von Claudia und Julia Müller.
Das Wettbewerbsprogramm fragte nach einem Kommentar der städtebaulichen Visionen im Hardaugebiet und der Fragmenthaftigkeit der ehemaligen Grosslösungen. Historische Reflexion und utopischer Entwurf sollten im Kunstprojekt zusammenfinden.
In einer ersten Phase, vom Juni bis August 2005, zeigt sich die künstlerische Arbeit offen, als "Prozess", in Interaktion mit dem Umfeld. Die Künstlerin, der Künstler setzt sich mit der Anwohnerschaft, den Nutzungen und den städtebaulichen Gegebenheiten im Hardaugebiet auseinander und entwickelt das "Gedankengebäude" anhand von ersten, skizzenhaften Installationen vor Ort.
In einer zweiten Phase schreibt sich das Kunstprojekt fest in die Archäologie der unvollendeten und laufenden planerischen Visionen des Hardaugebiets ein. Der "Prozess" schlägt sich als "Spur" nieder, die sich, je nach künstlerischer Position und Intention, in Form von Skulptur, skulpturaler Architektur, Videoinstallation oder Texttafel manifestiert.

Eingereichte Projektvorschläge:
Minerva Cuevas, Mexico→ Projektentwurf→
Meschac Gaba, Holland, Benin→ Projektentwurf→
Claudia & Julia Müller, Schweiz→ Projektentwurf→ (Siegerprojekt)
Niklaus Rüegg, Schweiz→ Projektentwurf→
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1Ge|dan|ken|ge|bäu|de, das: in sich geschlossenes Gesamtergebnis des Denkens [eines Vertreters einer bestimmten Lehre, Weltanschauung]: das G. der hegelschen Philosophie;
das ganze G. brach zusammen.
Quelle: Duden - Deutsches Universalwörterbuch A-Z, 5., überarbeitete Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2003.
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Das Projekt widmet sich der Kunst in den öffentlichen Sphären der Stadt Zürich.
STADT
KUNST
22/08
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