Forschungsprojekt KUNST ÖFFENTLICHKEIT ZÜRICH | Projekte

Institut für Gegenwartskünste, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
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Till Velten, Projektentwurf Hardau

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Der Wirt, der Bildhauer und die Lehrerin

Ein Projekt für die Hardau
Für mich ist ein socher Stadtteil ein eng umschlossenes Gebiet von sozialen Bezügen, die mehr oder minder dramatisch aufeinanderprallen. Ich habe sie dort als immer noch sehr geformt und strukturiert erlebt. Diese strenge Struktur und Ordnung war Sache der Planer und Architekten in räumlicher Hinsicht, des Künstlers in kultureller Hinsicht, der Lehrer und Sozialarbeiter in sozialer Hinsicht. Die feinen zwischenmenschlichen Bezüge werden oftmals von Wirten in den sogenannten Quartierbeizen wahrgenommen. Viele andere Freiräume fallen sukzessive weg. Der direkte soziale Eingriff ist mir als Künstler in diesem Projekt nicht möglich, da er immer noch innerhalb der Familie stattfindet.
Der Raum des Projektes wird von den Bewohnern  auf vorgeformten Wegen begangen. An diesen täglich begangenen Wegen stehen drei Plakatflächen, die in strukturierten Gesprächen mit im Viertel bekannte Personen die Fragen behandeln, die im Quartier virulent sind:
Das wäre der Wirt des Stadtteilbistros mit Fragen zu Freundschaft, Ausländern, Vereinswesen und Sozialem. Dazu ein Foto von ihm in der Wirtschaft. Er steht für die direkt gelebte Gegenwart.
Dann Fragen an den Bildhauer Bucher über seine seltsam geformten amorphen Plastiken, die er wohl auf der Höhe seines Erfolges in den 70-er Jahren für diesen Ort in Polyester geschaffen hat. Diese haben bei den Bewohnern einen grossen Bekanntheitsgrad. Das wären Fragen zu Fragen zu George Segal, den sogenannten “Landings” Einsamkeit, Erfolg und Kunst im öffentlichen Raum. Er verkörpert die Vergangenheit.
Dann noch ein Gespräch  mit einer LehrerIn/DirektorIn der Primarschule die natürlich einen grossen Einblick und auch Gestaltungsmöglichkeiten in die Topograhie eines solchen Ortes hat. Sie steht für die Zukunft eines solchen Quartiers.
Als Ausweichmöglichkeit gäbe es noch das Gespräch mit dem Architekt Max Kollbrunner mit Fragen und Antworten zu Mut, Verantwortung und seiner damals geformten Vision eines Quartiers, die scheinbar nie ganz realisiert wurde, und über das, was davon geblieben, bzw. sich daraus entwickelt hat.
Ich werde diese Form der Recherche in der von mir immer wieder verwendeten Form des persönlichem Gesprächs führen, welches aufgezeichnet und hinterher transkribiert wird. Bei einem solchen Gespräch entsteht direkt schon wieder ein Raum, der Zwischenraum. Der Text wird grafisch gegliedert, und jedes Gespräch wird auf eine der Wände über alle drei Weltformate (siehe Entwurf) gedruckt werden. Dazu kommt jeweils noch eine farbige Abbildung (siehe Entwurf). Die ausgewählten Gesprächsteilnehmer wären alle zu einem solchen Gespräch bereit, so dass ich nach der Juryrierung direkt beginnen könnte.
Die genaue Plazierung im Gelände  würde ich bestimmen, nachdem ich die Gespräche geführt hätte, ich habe eine vorläufige Plazierung im Lageplan vermerkt. Die Plakate sind so gestaltet, dass man die Texte gut beim Davorstehen in 5-10 min. gut  lesen kann.
Ich füge noch einige meiner Textarbeiten im Heftformat bei, die immer den Ausgangspunkt für grössere Installationen bilden. Seit einiger Zeit werden die Texte auch als Siebdruck auf Plexiglas in einem ähnlichen Format wie das vorgegebene ausgeführt.


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STADT
KUNST
23/06
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