Forschungsprojekt KUNST ÖFFENTLICHKEIT ZÜRICH | Projekte

Institut für Gegenwartskünste, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Hafnerstrasse 39, Postfach, CH-8031 Zürich, Tel +41 (0)43 446 61 01

Till Velten, Projekt realisiert Hardau

Biografie→  Projektentwurf→  Projekt realisiert→   Künstler-Liste→  Projekt-Seite→

Bilder:  Index→  1→  2→  3→  4→  5→  6→  7→  8→  9→  

Plakat-Projekt #4: Till Velten
September und Oktober 2005


Die Realität als Modellfall
In der Plakatarbeit in der Hardau hat Till Velten Interviews mit dem Künstler Carl Bucher, dem Wirt Hanspeter Huber und der Lehrerin Marion Droste geführt. Jedes Gespräch setzt er in einem Plakat um und spannt so ein Netz sozialer Bezüge in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Hochhaussiedlung. Wer die Interviews liest, erfährt von sehr persönlichen und im Viertel oft nicht sichtbaren Problemen und Ereignissen. Wer würde denken, dass der Künstler Carl Bucher seine Skulpturen als kritische Reaktion auf den erlebten Glamour in der Stadt Las Vegas erstellte? Oder dass der Wirt des Quartiertreffs der ehemalige Besitzer des noblen Restaurants «Latin» in Wiedikon ist? Wer erwartet, dass die Elternabende im Hardau-Primarschulhaus mit Dolmetschern veranstaltet werden oder dass die Lehrerin aktiv für bessere Filter gegen den Gestank des Schlachthofs kämpfte? Till Velten schafft es, die «strenge Struktur und Ordnung», wie er es nennt, zumindest für einen Moment aufzubrechen und mit persönlichen Erfahrungen zu füllen. Der Ort wird durch die erzählten Aneignungsweisen der Grossüberbauung lebendiger, bunter – anders.
Bei Till Velten wird in besonderer Weise klar, dass die Plakate direkt auf ihre Umgebung Bezug nehmen, was auch die Reaktionen zeigen. Verschiedene Leute wünschen sich Ausdrucke der Interviews, um sie in Ruhe lesen zu können. Wenn ein Plakat beschädigt wurde, dann die Abbildungen der im Viertel bekannten Menschen – die Interviews blieben bis jetzt ohne Schaden.

Der Künstler Till Velten, geboren 1961, lebt und arbeitet in Weil am Rhein bei Basel. In den letzten Jahren hat er eine eigenwillige, künstlerische Arbeitspraxis entwickelt, in deren Zentrum Interviews und Gespräche mit Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten stehen. An der «Art Unlimited» der Messe Art Basel zeigte er mit seiner Arbeit «Der Polygraph/HACH 1» eine raumgreifende Audio- und Video-Installation, die besonders in der hektischen Umgebung unprätentiös und einzigartig wirkte. Mit der Installation, die auch dokumentiert in Buchform erschien, erfindet Velten in Interviews gleichsam die süddeutsche Ortschaft Hach neu: Über die detaillierte Erläuterungen über Arbeit und Freizeitbeschäftigungen der Gesprächspartner entwickelt der Künstler ein System, das die Ortschaft Hach zum märchenhaften Modellfall verklärt.

Publikumsplakat
Ein Exzerpt→ der künstlerischen Idee wird zusätzlich auf einem Plakat in Weltformat gedruckt und steht den HardauerInnen gratis, externen BesucherInnen für Fr. 10.-- zur Verfügung. Zu beziehen:
Zentrum Hardau, Bullingerstrasse 63, 8004 Zürich. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch und Freitag 15-17 Uhr, Donnerstag 15-19 Uhr.




Seitenanfang↑  Kommentar→
schliessen→
stadtkunst.ch ist eine Plattform des Forschungsprojekts Kunst Öffentlichkeit Zürich.
Das Projekt widmet sich der Kunst in den öffentlichen Sphären der Stadt Zürich.
STADT
KUNST
24/01
Copyright © Forschungsprojekt Kunst Öffentlichkeit Zürich

Alle Rechte an den Inhalten auf der Website bei www.stadtkunst.ch, insbesondere an Texten, Bildern, Grafiken, Tönen, Animationen und Videos sowie an Marken, Logos bleiben vorbehalten. Der Inhalt der Website darf werder ganz noch teilweise zu geschäftlichen Zwecken vervielfältigt, verbreitet, verändert oder Dritten zugänglich gemacht werden.