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KUNST ÖFFENTLICHKEIT ZÜRICH | Grundlagen | Christoph Schenker: Faktoren  
Forschungsprojekt KUNST ÖFFENTLICHKEIT ZÜRICH | Grundlagen

Institut für Gegenwartskünste, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Hafnerstrasse 39, Postfach, CH-8031 Zürich, Tel +41 (0)43 446 61 01
Welche Faktoren sind in der Stadt Zürich besonders bedeutsam? Bevor Künstlerinnen und Künstler zur Ausarbeitung von künstlerischen Projekten in Zürich eingeladen wurden, hat das Forschungsprojekt "Kunst Öffentlichkeit Zürich" diese Frage zu beantworten gesucht. Die Faktoren bilden für Kunstwerke im öffentlichen Raum einen wichtigen Bezugsrahmen. zurück→

Es gibt Faktoren, die in einer Stadt, einem Stadtkreis oder einem Quartier deswegen herausragen, weil sie eine ausserordentliche Ausstrahlung entfalten oder weil sie besonders problematisch erscheinen. Es kann sich dabei um wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle oder etwa historische Faktoren handeln. In der Stadt Zürich bildeten in den 80er Jahren zum Beispiel die Drogenproblematik, in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die Debatte um die nachrichtenlosen Vermögen solche Faktoren. In den 90er Jahren, um ein weiteres Beispiel zu nennen, etablierte sich die Kunstszene als einen kulturell, gesellschaftlich sowie wirtschaftlich bedeutenden Faktor Zürichs. Andere Faktoren sind von geringerer Bedeutung, doch es mag Bestrebungen geben, sie langfristig zu optimieren: so etwa soziokulturelle Maßnahmen zur Vorbeugung gesellschaftlicher Konflikte und die Stärkung von Kultur als Standortfaktor, wie es von anderen Metropolen bekannt ist, oder die differenzierte Pflege kontroverser öffentlicher Diskurse.

Für Kunstprojekte in den öffentlichen Sphären sind derartige, objektiv vorhandene oder als Wille sich manifestierende, geplante Faktoren von entscheidender Bedeutung. Damit verbindet sich aber nicht der Anspruch, dass ein Kunstwerk oder ein Projekt sie explizit zu thematisieren habe. Es heißt auch nicht, dass die relevanten Faktoren zugleich auch die Bereiche bilden, in welchen die künstlerischen Interventionen stattfinden sollen. Von der Kunst her gedacht, sind nicht alle Faktoren im selben Masse als Interventionsfelder interessant. Dennoch aber sind sie als Hintergrundphänomen in einem Projekt mit Gewinn zu reflektieren.

Worin sich das Projekt "Kunst Öffentlichkeit Zürich" als Forschungsprojekt von andern Kunstprojekten im öffentlichen Raum grundlegend unterscheidet, ist der Umstand, dass in einem der ersten Schritte die Frage gestellt wurde, was denn die relevanten Faktoren für öffentliche Kunst in Zürich bilden kann. Das Forschungsprojekt setzt keine Faktoren als bereits gegeben voraus. Auch der gebaute öffentliche Stadtraum (der Ort) ist nicht, wie zumeist üblich, die selbstverständliche Bezugsgrösse. Eine relativ aufwendige Kontextarbeit diente dem Projektteam dazu, diejenigen Faktoren zu bestimmen, die in Zürich für künstlerische Interventionen bedeutsam sein können. Damit zieht das Projekt Grundlagen in die Forschung mit ein, die in der heutigen künstlerischen und kuratorischen Praxis öffentlicher Kunst ein kaum wahrgenommenes, daher unbestimmtes und verborgenes Hintergrundphänomen bilden. Soll die "Kunst des Öffentlichen" als Standortfaktor die internationale Attraktivität der Stadt steigern? Soll sie nicht eher kulturelle und politische Diskurse in der Stadt anregen? Soll sie helfen, gebeutelte Stadtteile kulturell aufzuwerten oder in neuen Stadtteilen eine Identität zu stiften?

Bei den Recherchen in der Hardau haben sich Faktoren als wichtig herausgestellt, die sich allgemein den Begriffen "Sozialer Raum" und "Stadtraum / Architektur" zuordnen lassen. Für die Stadt Zürich als Ganze erscheinen folgende Faktoren bedeutend und als Bezugsrahmen für künstlerische Projekte sinnvoll: 1. "Global City" und ihre Schnittstelle zwischen Wirtschaft und sozialem Raum; 2. die grossräumliche Verknüpfung des sozialen Raums (Globalisierung, Nord-Süd-Gefälle etc.) an der Schnittstelle zu Migration; 3. Medien und Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Eventkultur und öffentlichen Anlässen; 4. Politik und direkte Demokratie im Zusammenhang mit städtebaulichen Entwicklungsgebieten und 5. die "Zürcher Mentalität" (Arbeit, Religion) im Zusammenhang mit öffentlichen Räumen und Medien. Das Team des Forschungsprojekts hat in der Folge international Künstler/innen ermittelt, die in diesen Gebieten bereits spannend und auf hohem Niveau gearbeitet haben oder welche über entsprechende Kompetenzen verfügen.

Christph Schenker


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(c) Raffael Waldner, Basel 2002
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Das Projekt widmet sich der Kunst in den öffentlichen Sphären der Stadt Zürich.
STADT
KUNST
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