Forschungsprojekt KUNST ÖFFENTLICHKEIT ZÜRICH | Materialien

Institut für Gegenwartskünste, Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
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Thema dieses Beitrags ist die Beziehung zwischen Kunst – auch Kunst im öffentlichenRaum –, Stadttheorie und politischer Repräsentation. Ich möchte anhand von historischen und gegenwärtigen Praktiken des Situationismus, der Spassguerilla, der Stadtguerilla, des so genannten "internationalen Terrorismus" und des Amoklaufs solche Phänomene des Urbanen diskutieren, die uns Aufschluss geben könnten über das Durchdringungsverhältnis zwischen Ästhetik und Politik.
Marius Babias: Kunst und Militanz - Zum Verhältnis zwischen Ästhetik und Politik in Geschichte und Gegenwart mehr→ PDF→

Der Ort der unerwarteten Begegnung ist die Stadt. Es liegt in der Idee der Stadt, dass das Aufeinandertreffen verschiedenster Menschen möglich ist, dass Unbekannte einander begegnen. In der Stadt ist der Unbekannte die Normalität, die unerwartete Begegnung Bestandteil des alltäglichen Geschehens. Fremdsein ist in der Stadt eine berechtigte Daseinsform. Dies führt zu einer grösseren Bereitschaft zur Begegnung. Weniger vielleicht um das Fremdsein aufzuheben, sondern um ihm Gestalt zu geben, um zu verhindern, dass Fremdsein gleichbedeutend mit Isolation und Einsamkeit wird. Wie muss eine Stadt beschaffen sein, um diese Idee zu ermöglichen?
Christoph Haerle: Stadt im Umbruch mehr→ PDF→

Was in öffentlichen Räumen an Gestaltung geschieht, ist so konzipiert, dass in den öffentlichen Räumen nichts geschieht. Der bewegte Raum aber ist der leere Raum, in dem noch alles möglich ist. Wird dieser Konjunktiv durch den Realismus der Gestaltung überlagert, wird meistens alles arretiert und stillgestellt. Und wie man manchmal in der eigenen Wohnung das Gefühl hat, man müsse alles zum Fenster raus werfen, was da rum steht, um wieder mal räumlich atmen zu können, so möchte man oft auch all diese Möblierungen und gut gemeinten Brunnenanlagen, Kunstwerke und dekorativen Grüns entsorgen. Man geht wohl nicht fehl, wenn man diese Gestaltungen – wie alles Gutgemeinte – als erzieherische Massnahmen interpretiert und als Prävention. Zu Recht fürchten sich viele vor leeren Plätzen und füllen sie mit ereignislosen Events.
Jörg Huber: Die Bewegung im öffentlichen Raum, resp. der öffentliche Raum als Ort der Bewegung. Oder: Anarchie ist machbar, Frau Nachbar mehr→ PDF→

"Die 80er Jahre haben die definitive Scheidung gebracht zwischen urbaner Praxis und Entwurfskultur" schreibt J. L. Mateo in Quaderns. Was unsere Situation hier, in den Deutschschweizer Städten, betrifft, würde ich eher von einer in Spannung geratenen Lage sprechen, deren Physiognomie ich in diesem Brief skizzieren möchte, weil sie ein Licht wirft auf die allgemeineren Bedingungen des Entwerfens hierzuland.
Marcel Meili: Ein Brief aus Zürich mehr→ PDF→

Was hat das Wildparken mit dem Sechseläuten zu tun, was verbindet die Plakatwand mit dem unbekannten Plakatkleber? Sechseläuten wie Wildparken sind Formen der Besitznahme des Stadtraumes. Aber noch mehr: Es sind Formen von Öffentlichkeit ganz allgemein.
Marcel Meili: 'Wir fordern die sofortige Schliessung der Stadt Zürich' mehr→ PDF→

Im Folgenden werden einige Überlegungen zur Eigenart der Forschung im Feld der Kunst skizziert. Der Begriff der Forschung ist eng mit den Wissenschaften verknüpft. Dennoch scheint es nutzbringend, ihn auch im pragmatischen Zusammenhang der künstlerischen Arbeit zu verwenden.
Christoph Schenker: Künstlerische Forschung mehr→ PDF→

1986 soll der Stadt Zürich ein Kunstwerk zur Aufstellung im öffentlichen Raum geschenkt werden: „Cube“, ein weisser, fünf Meter grosser Würfel von Sol LeWitt. Bevor jedoch der Stadtrat definitiv über eine Annahme des Geschenkes bestimmt, setzt eine unerwartet heftig geführte Debatte ein. Künstler, Kunstvermittler/innen und Leser/innen nehmen in den Medien Stellung, und in der Stadtverwaltung wird während der folgenden sechs Jahre immer wieder über einen möglichen Standort debattiert. Dutzende von Standorten werden geprüft und immer wieder verworfen.
Charlotte Tschumi: Die Cube-Debatte der 1980er Jahre. Eine Fallstudie über die Akzeptanz von Kunst im öffentlichen Raum
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… Die Diskussion um diese Thema - und ich sehe beide, "Kunst im öffentlichen Raum" und "Kunst am Bau" als austauschbare Begriffe - ist in jüngster Zeit wieder aktuell geworden. Aus der Perspektive der bildenden Kunst ist die Debatte deswegen so interessant, weil es einerseits um die Frage der Funktion von Kunst geht, also um die Frage an wen sie sich richtet und wie lange sie "dauert". Und weil andrerseits viel Geld im Spiel ist.
Philip Ursprung: Close Encounters: Seltsame Begegnungen zwischen Kunst und öffentlichem Raum mehr→ PDF→

Figuration/Abstraction→ Strategies for Public Sculptures in Europe 1945-1968
Philip Ursprung: Max Bill′s public sculpture and the representation of money mehr→ PDF→

Kunst im öffentlichen Raum ist in den vergangenen Jahren von verschiedenen Seiten her stark kritisiert worden, als Sozialkitsch oder gar als ein Bemühen beurteilt worden, das letztlich als gescheitert zu betrachten sei.
Susann Wintsch: Räume kritisierbarer Öffentlichkeit mehr→ PDF→

In öffentlichen Medien wird Aufmerksamkeit zunehmend von Werbung und privatwirtschaftlichen Interessen eingefordert. In dem Mass aber, in dem öffentliche Aufmerksamkeit privatisiert wird, verliert Öffentlichkeit ihre politische Funktion, denn die Ressource Aufmerksamkeit ist begrenzt.
Tim Zulauf: Un-Intim: Kunst zwischen Öffentlichkeit und Politik mehr PDF→
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Das Projekt widmet sich der Kunst in den öffentlichen Sphären der Stadt Zürich.
STADT
KUNST
22/08
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